Calancatal

Das Calancatal ist sicher eines der abgelegensten Täler der Schweiz. 
Durch die Lage abseits aller Verkehrswege konnte es lange Zeit seine Ursprünglichkeit bewahren. Dies wird heute von vielen Naturliebhabern entdeckt und geschätzt.

Vom Misox aus, ist der Taleinschnitt kaum ersichtlich. Erst rund 300 Meter oberhalb von Grono öffnet sich dieser und gibt den Blick ins Tal frei. Wer der Strasse ins Valle Calanca weiter folgt, erlebt bald einen markanten Klimawechsel.
Im vorderen Teil des Tales fühlt man sich noch im Tessin, ja sogar fast mediterran, vor allem im Frühsommer, wenn der Ginster blüht. Je weiter man das Tal hinauf fährt, desto mehr wird das Klima hochalpin und kühler.

Neben den klimatischen Unterschieden, wird der Besucher auch bald gewahr, dass das Valle Calanca sehr tief in die Berge eingeschnitten ist. Wer die Berge, deren majestätische, raue Schönheit und die wilde, ursprüngliche Kraft der Natur liebt, findet kaum ein schöneres Bergtal in den Schweizer Alpen.

Das Val Calanca besteht aus den Gemeinden Sta. Maria, Castaneda, Buseno-Molina, Calanca und Rossa.
Alle diese Gemeinden sind seit Generationen von der Auswanderung betroffen, denn das wenige, bebaubare Land konnte nie viele ernähern. Manche der Auswanderer kehrten irgendwann in ihr Tal zurück. Einige hatten es in der Fremde zu Geld und Ansehen gebracht. So war es ihnen möglich, neue, stattliche Häuser zu bauen. Auch wurden die Kirchen in der Barockzeit durch die Kapuziner erneuert und ausgebaut. So stehen heute in Sta. Maria und Sta. Domenica zwei der bedeutensten Barockkirchen des Bündnerlandes. Das Calancatal gehört zu den vier italienisch sprechenden Tälern des Kantons Graubündens und nicht, wie viele denken, zum Kanton Tessin.